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Presse


Christine Grubauer, Neues Volksblatt Ursulinenkirche, 15. Juli 2019

Abendmusik in der Ursulinenkirche

Eigentlich war diese "Abendmusik" keine beruhigende Kirchen - Andacht, sondern hochkarätige Kunst eines jungen Quartettensembles aus Linz, das erst seit 5 Jahren gemeinsam als "Atalante Quartett" zusammen auf höchstem Niveau musiziert und schon mit einem ersten Preis beim internationalen Kammermusikbewerb 2018 in Slowenien ausgezeichnet wurde. Alle vier Künstler (Julia Kürner u. Elisabeth Ebner/Violine, Thomas Koslowsky/Viola u. Lisa Kürner/Violoncello) erhielten ihre Instrumentalausbildung an den Universitäten Wien u. Salzburg neben der Betreuung beim Alban Berg -,Hagen- u. Artis- Quartett, von denen sie wichtige Impulse des Zusammenspiels erhielten.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartett KV 156 in G-Dur, erzeugen die Musiker eine bezaubernde Eleganz der Linienführung und

eine Fülle von Ausdruckswerten des Miteinander Musizierens. Bei Joseph Haydns "Reiterquartett"  47/3 in g-moll werden die Zügel angelegt und mit rasantem Tempo in rhythmischem Schwung seiner Ecksätze, mit einem flotten Galopp hingelegt. Mitten drin darf man das "Largo assai" - als eines der schönsten Adagios der Klassik, bezeichnen und schon konnte man das ruhende Klingen und Strahlen des Quartetts bewundern. Für den Schluss gab es das 3. Streichquartett von Robert Schumann op. 41/3 wo die Färbigkeit der Romantk zum Tragen kam und alle technischen Scharmützel in den der anstehenden vier Sätzen großartig gemeistert wurden. In der gut besuchten Landhauskirche gab es viel Applaus und schon wusste man ein kurzes, vielversprechendes Kompositionsstück vom Bratscher Koslowsky als Zugabe zu präsentieren.


Peter Blaha, Sonority Interview, Mai 2019

Mit Leib und Seele Kammermusik

Das preisgekrönte Atalante Quartett aus Oberösterreich spielt bei den Serenaden Werke der komponierenden Kleriker Luigi Gatti und Abbé Vogler.

Ein erster Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Svirel in Slowenien und ein dritter Preis beim Internationalen Johannes Brahms Wettbewerb in Pörtschach sind die äußerlichen Insignien dafür, dass Österreich mit dem 2014 gegründeten Atalante Quartett über ein Juwel in der heimischen Quartettlandschaft verfügt. Noch mehr als solche Preise allerdings wiegt – was von der Kritik auch entsprechend gewürdigt wird –, dass diesem Ensemble gelungen ist, was als „Quadratur des Kreises“ im Quartettspiel gilt: sich die Individualität seiner Mitglieder zu bewahren, trotzdem aber zu einem homogenen Ensemble zu verschmelzen. „Das erfordert sehr viel Arbeit“, sagt Primgeigerin Julia Kürner, die mit ihrer Schwester Lisa – sie ist Cellistin des Atalante Quartetts – „Kammermusik schon mit der Muttermilch aufsog“. Denn die Schwestern entstammen einer musikalischen Familie und waren mehrere Jahre lang Mitglieder des Wahlküren Quartetts. „Natürlich streiten wir manchmal auch“, wirft Bratschist Thomas Koslowsky, im Atalante Quartett der Hahn im Korb, ein. „Musik ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Man geht dabei oft an die Grenzen und verzweifelt manchmal, wenn eine Stelle nicht auf Anhieb gelingt. Aber das ist genau die Art, die einen weiterbringt.“ „Bei uns geht es recht demokratisch zu“, sagt Lisa Kürner und ihre Schwester beschreibt dies an einem Beispiel: „Wir probieren alle Vorschläge aus, bevor wir grundsätzlich gemeinsam entscheiden. Wenn mehrere Varianten funktionieren beziehungsweise gut klingen, dann variieren wir bei den Wiederholungen oder auch von Konzert zu Konzert.“ Dass die Harmonie zwischen den Mitgliedern stimmt – zu den drei genannten kommt noch Elisabeth Eber an der zweiten Geige –, ist auch beim Interview zu spüren. Es wird viel gelacht und man kann sich vorstellen, dass auch bei den Proben der Spaß nicht zu kurz kommt. Was sie ohnehin eint, ist die Liebe zur Kammermusik und dabei wiederum zum puren Klang des Streichquartetts. Vorschlägen, mit elektronischer Verstärkung auch ein Repertoire jenseits der klassischen Literatur für Streichquartett zu spielen, um dadurch eventuell ein breiteres Publikum zu erreichen, erteilt das Atalante Quartett eine klare Absage. „Das ist nicht unser Ziel“, sagt Elisabeth Eber und Thomas Koslowsky ergänzt: „Die originale Literatur für Streichquartett ist so umfangreich und hochwertig. Wenn wir das alles spielen wollten, wären wir 300 Jahre lang beschäftigt.“ Sämtliche Mitglieder des Atalante Quartetts sind entweder feste Mitglieder des Bruckner Orchesters Linz oder als SubstitutInnen für dieses tätig. Damit führen sie eine große Tradition fort, denn viele namhafte Quartette der Vergangenheit setzten sich aus MusikerInnen renommierter Orchester zusammen. Um 1970 herum jedoch wagten Ensembles wie das legendäre Alban Berg Quartett den Sprung in die Unabhängigkeit. Für das Atalante Quartett, das Prof. Johannes Meissl, aber auch ehemalige Mitglieder des Alban Berg Quartetts zu
seinen Lehrern zählt, wäre das keine Option. „Heutzutage ist es beinahe unmöglich“, sagt Julia Kürner. „Es gibt viel mehr gute Quartette als früher, deshalb ist es auch schwieriger, sich zu etablieren.“ „Ich habe Familie mit Kindern“, ergänzt Thomasm Koslowsky. „Es wäre zu riskant, würdeich den Orchesterdienst aufgeben. Das Spielen im Quartett ist zwar musikalisch sehr befriedigend, aber davon leben könnten wir nicht.“ In erstaunlich kurzer Zeit ist es dem Atalante Quartett gelungen, sich ein Stammpublikum, vor allem in Oberösterreich, aufzubauen. Und seitens des Bruckner Orchesters erfährt es Unterstützung, wenn es etwa um Urlaube geht, um an Wettbewerben teilnehmen oder Konzerte spielen zu können. „Von unserem Quartett profitiert allerdings auch das Orchesterspiel“, sagt Julia Kürner. „Schon allein deshalb, weil wir so oft und so intensiv im Quartett proben.“ Vielleicht zu oft? „Wenn man die Büchse der Pandora erst einmal aufgemacht hat, gibt es kein Zurück. Gerade für mich als Bratschisten ist Kammermusik das Schönste, was es gibt!“, sagt Thomas Koslowsky.
Im Brucknerhaus war das Atalante Quartett zuletzt im Jänner zu Gast. Für seinen Auftritt im Rahmen der sommerlichen Serenaden im Arkadenhof des Linzer Landhauses hat es auf Wunsch des Brucknerhauses ein spezielles Programm erarbeitet: „Es sollen ausschließlich Werke komponierender Kleriker erklingen“, führt Julia Kürner aus. Die Wahl fiel auf den Italiener Luigi Gatti, der als fürsterzbischöflicher
Hofkapellmeister nach Salzburg berufen wurde, wodurch sich Leopold Mozart übergangen fühlte, und auf Abbé Vogler, der großen Einfluss auf das Musikleben seiner Zeit hatte, wenngleich Wolfgang Amadeus Mozart nicht allzu viel von ihm hielt. Die Arbeit an dem Programm ist extrem aufwendig, wie Thomas Koslowsky erzählt: „Manche der Werke, die wir spielen, wurden nie gedruckt. Wir müssen sie uns aus den Handschriften erarbeiten.“ Nicht nur das Stammpublikum des Atalante Quartetts wird dies zu schätzen wissen …


Michael Wruss, OÖ Nachrichten Brucknerhaus, 22. Jänner 2019

Drei Religionen, musikalisch unter einem Hut vereint

Paravolí, Parabel, nennt der palästinensisch-israelische Komponist Samir Odeh Tamimi sein Werk für Streichquartett, das am Dienstag in einem spannend programmierten Abend des Atalante Quartetts – Julia Kürner und Elisabeth Eber (Violine), Thomas Koslowsky (Viola) und Lisa Kürner (Cello) – im Brucknerhaus zu erleben war.

Einerseits ist Tamimis Streichquartett von Lessings "Ringparabel", die Gerhard Brössner trefflich rezitierte, inspiriert, scheint aber auch wie die Parabel als Kegelschnittfigur das musikalische Material zu beleuchten und zu brechen. Mit klanglicher Finesse widmete sich das Atalante Quartett dieser österreichischen Erstaufführung. Ein Werk, das von der natürlichen Lebendigkeit und virtuos intensiven Interpretation lebt, die das Atalante Quartett mehr als nur zu geben verstand.

Dichtes musikalisches Geflecht

"Ringparabel" heißt auch drei Religionen, und so stand neben Tamimis "Paravolí" auch die 1927 von Joseph Achron komponierte Elegie für Joel Engel, einen der wichtigsten Sammler jüdischer Volksmusik, auf dem Programm. Ein Werk, das mit den Tonbuchstaben des Namens – e und g – spielt und daraus ein dichtes Geflecht melancholischer Schwere flicht. Ganz anders Gian Francesco Malipieros 6. Streichquartett, in dem die Arche Noah als Symbol für alle drei Religionen im Zentrum steht und das augenzwinkernd auf die Tierliebe des Komponisten verweist. Musikalischer Rahmen waren vier Sätze aus Haydns "Sieben letzte Worte". Auch bei diesem Repertoire spielte das Atalante Quartett seine Meisterschaft aus. 

Fazit: Ein ungewöhnlicher Zugang für einen Streichquartettabend, der aber aufgrund der leidenschaftlich intensiven Interpretation durch das Atalante Quartett überzeugte.


Balduin Sulzer, Krone Brucknerhaus, 22. Jänner 2019

Ansprechend und sehr hörenswert war das Streichquartett "Atalante" im Linzer Brucknerhaus, das neben bekannten Stücken von Haydn packende Kompositionen von Samir Odeh-Tamimi, Malipiero, Achron und als Höhepunkt das Streichquartett Nr. 1 op. 11 von Ingo Ingensand mit dem überwältigenden und stürmisch akklamierten Finalsatz aufführte. Zwischendurch wurde aus der "Ringparabel" gelesen.


Christine Grubauer, Neues Volksblatt Landesgalerie Linz, 22. Jänner 2019

Beglückende Harmonie vom Atalante Quartett

Einen höchst anspruchvollen Streichquartettabend bot das junge, heimische atalante Quartett (Julia Kürner, Elisabeth Eber, Thomas Koslowsky, Lisa Kürner) am Dienstag im Linzer Brucknerhaus. Man stellte im Programm den Meister dieser Gattung, Joseph Haydn, ins Zentrum - zu Beginn und zwischendurch mit Teilen des Werkes "Die sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz". Religiöse Musik der Klassik, verankert mit den Gedanken von Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" und dessen "Ringparabel" (Lesung: Gerhard Brössner), verquickt mit und angeregt durch die Parabel für Streichquartett des palästinensisch-israelitischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi (* 1970), die den agierenden Musikern alles an Technik auf ihren Instrumenten und den Zuhörern ein stilles Eintauchen abverlangte. Klänge mit biblischen "Hintergedanken" zur Arche Noah lieferte das Werk von Gian Francesco Malipiero (1882-1973), das zwischen musikalischer Vergangenheit und Zukunft vermittelnder Ästhetik pendelte.

Joseph Achrons (1886-1943) Elegy für Streichquartett eröffnete den Blick auf einen Geige spielenden Komponisten, dessen op. 62, dem "Andenken von Joel Engel" gewidmet, aus melodischen Floskeln mit auf- und absteigenden kleinen Terzen besteht. Als abschluss gelangte das Streichquartett Nr. 1 "Versöhnung", op. 11 (2017-18) von Ingo Ingensand (*1951) zur Uraufführung. Es wurde eigens für dieses Konzert in Anlehnung "Ringparabel" konzipiert und brachte verschiedenen Erfahrungswerke an Klang-Rhythmen und Melodien eines erfahrenen Praktikers.

Gelobt und mit viel Jubel bedacht wurden die Musiker im gut besetzen Mittleren Saal vom Publikum, ihre großartige Überzeugungsarbeit resultierte aus einer überrangenden Kraftanstrengung und einer echten künstlerischen Aussage.


Balduin Sulzer, Krone Landesgalerie Linz, 25. November 2018

Überwältigende Sonntagsmusik

„Sonntagsmusik im Salon“ in der prachtvollen OÖ Landesgalerie in Linz mit dem in meisterhafter Bravour aufspielenden Atalante Quartett. Zu bewundern die Geigerinnen Julia Kürner und Elisabeth Eber, sowie der Bratschist Thomas Koslowsky und die Cellistin Lisa Kürner. Am Programm fesselte nach Haydns Quartett op. 76/5 vor allem Mendelssohns „Capriccio op. 81/3“ mit dem brillantest in den Raum geschleuderten Allegro-Fugato-Satz. Höhepunkt: das überwältigende Streichquartett in g-Moll von Debussy.


Christine Grubauer, Neues Volksblatt Landesgalerie Linz, 25. November 2018

Beglückende Harmonie vom Atalante Quartett

Mit hörbarer Angriffslust musizierte das Atalante Quartett gleich zu Beginn den 1. Satz des Joseph Haydn Streichquartetts in D-Dur, op. 76/5 - zuverlässig, treffsicher und voll Freude. Sein Debüt in der Sonntagsmusikreihe fand bereits im Herbst 2016 statt, in der Zwischenzeit wurden die Vier mit zwei großen Wettbewerbspreisen ausgezeichnet. Seit seiner Gründung 2014 setzt sich das Quartett aus führenden Musikern des Bruckner Orchesters (Julia Kürner und Elisabeth Eber/Violine, Thomas Koslowsky/Viola) zusammen, am Cello Lisa Kürner. Schon im 2. Haydnsatz faszinierten im "Largo" die gegensätzlichen klangsatt ruhenden Akkorde und melodieseligen Variationen im wunderbarer Homogenität. Ein freundlich sprudelndes Menuett und ein fröhlich wirbelndes Finale verlockte die Zuhörerschaft zu einem stürmischen Applaus. Das "Capriccio" für Streichquartett in e-Moll, ein Spätwerk von Felix Mendelssohn-Bartholdy, zeigte als verträumt-melancholisches Andante in nur einem vorgegebenen Satz, die vielen Möglichkeiten des virtuosen Zusammenspiels. Claude Debussy komponierte ein einziges Streichquartett und schuf damit ein beglückendes Werk von einer gewissen Zartheit mit gleitendem Melos und fast entzogener Rhythmik. Spielerisch umkreist dabei das Atalante Quartett diese absolut gläserne Musik mit wunderbar geglücktem Zusammenspiel und sorgte so erneut für grenzenlose Begeisterung im Museumsfestsaal. Die Zugabe - ein Satz aus einem Dvorak-Quartett gehörte als Gratulation dem 90 jährigen, so oft anwesenden Großvater der beiden Kürner-Geschwister.                   


Helmut Atteneder, OÖ Nachrichten Bericht vom 19. Oktober 2018

Musikalische Ehe zu viert

Das preisgekrönte Atalante Quartett gastiert am 19. Oktober im Stift Schlierbach

Die vier jungen Musiker des 2014 gegründeten Ensembles namens "Atalante Quartett" könnten es sich einfacher machen. Tun sie aber nicht, wollen sie auch gar nicht. Allein heuer hat man sich zwei internationalen Wettbewerben gestellt und dafür nebst anderen nicht unerheblichen Spielverpflichtungen – etwa im Bruckner Orchester – bis zu acht Stunden täglich geprobt.

Es hat sich ausgezahlt. Beim Kammermusikwettbewerb Svirenl in Slowenien gewann das Quartett einen Ersten Preis, Anfang September gesellte sich beim Internationalen Brahms-Wettbewerb in Pörtschach ein Dritter dazu. "Wir hoffen, dass wir so bekannter und zu Konzerten eingeladen werden. Schließlich purzeln sehr viele Kammermusikensembles in Österreich herum", erklärt Bratschist Thomas Koslowsky den Aufwand. Tatsächlich schaffen Preise Aufmerksamkeit. Violinistin Julia Kürner, auch erste Geigerin im Bruckner Orchester: "Wenn man etwas gewonnen hat, wird man interessanter. Wir möchten mit unserer Musik schon gern in die Welt hinaus."

Individualität verschmelzen

Sich in der Ensemble-Welt einen sehr guten Namen zu machen, ist also harte Arbeit. Koslowsky: "Die Schwierigkeit beim Streichquartett ist die Individualität, die einerseits bleiben und auf der anderen Seite in der Gesamtheit verschmelzen soll. Und man braucht einen hohen Verschmelzungsgrad, damit die Werke einigermaßen herüberkommen können."

Wer acht Stunden täglich Haydn, Brahms, Dvorak, Bach, Mozart oder Beethoven spielend auf harmonischen Gleichklang bringen will, der muss auch blödeln dürfen. Da hilft Kürner’sches Blut: Josef Kürner, Posaunen-Professor an der Bruckneruni und Vater von Julia und Lisa Kürner, ist alles andere als eine Spaßbremse... "Das stimmt definitiv", bestätigt die Cellistin Lisa Kürner einschlägiges Erbgut.

Violinistin Elisabeth Eber, ebenfalls erste Geigerin im Bruckner Orchester, hat überhaupt einen anderen Zugang, wenn sie Ensemblearbeit beschreiben soll: "Das ist wie eine musikalische Ehe zu viert." Über den harmonischen Zustand dieser Ehe kann man sich am 19. Oktober, 20 Uhr, im Stift Schlierbach Gehör verschaffen.


Walther Neumann, Kleine Zeitung Schloss Kapfenstein, 26. August 2018

Wie aus einer anderen Sphäre
Cellist Reinhard Latzko ergänzte das Atalante Quartett

Mit Weitumblick auf Weingärten lud das Kammermusikfestival ins malerisch gelegene Schloss Kapfenstein in die Südoststeiermark. Vorzüglich homogen musizierte das Atalante Quartett mit Julia und Lisa Kürner, Elisabeth Eber sowie Thomas Koslowsky. Auf Haydn folgte ein kurz, bündig und kompakt komponiertes Stück von Alexander Müllenbach. Reinhard Latzko ergänzte nach der Pause das ungewöhnliche Klangbild "Streichquartett plus verdoppeltes Cello". Schuberts C-Dur Quintett, vollendet wenige Monate vor seinem Tod, klang im Adagio ganz zeitfern, wie aus einer anderen Welt. Eine ergreifende, ja entrückte Dreiviertelstunde.

Michael Wruss, OÖ Nachrichten Saxen, 12.August 2018

Ganz im Dienst der Werke und ihrer Emotionen
Atalante Quartett begeisterte bei Matinee in Saxen.

Dem Motto der Donaufestwochen im Strudengau "Alte Musik mit Kontrapunkten aus der Moderne" wurde die gestrige Sonntagsmatinee mit dem Atalante Quartett im Strindbergmuseum Saxen mehr als gerecht. Rund um die viel bejubelte Uraufführung des ersten Streichquartetts von Ingo Ingensand wählte das Ensemble mit Julia Kürner und Elisabeth Eber (Violine), Thomas Koslowsky (Viola) und Lisa Kürner (Violoncello) Musik des 20. Jahrhunderts, die die Entwicklung dieser Gattung prägte, so etwa die ersten Quartette von Béla Bartók und Karl Amadeus Hartmann. Gemeinsam haben alle Stücke – auch der eröffnende erste Satz aus dem zweiten Quartett des luxemburgischen Komponisten Alexander Mullenbach – eine an der Tradition anknüpfende Musiksprache und ein unerschütterliches kompositorisches Handwerk, das mit dem deutlich formulierten Material gekonnt umzugehen versteht.

Ingensand nennt sein Werk "Versöhnung", was auf ein Verschmelzen von tiefgründig ernsthafter und vor Lebendigkeit kaum zu zügelnder "leichter" Musik hinweisen soll, auf ein Miteinander von melancholischen schwermütigen Passagen und purer Lebensfreude. Ein Werk, das in seiner Unmittelbarkeit anspricht und vor allem im elegisch weit ausholenden zweiten Satz tief empfundene Gefühle auslöst.

Der ideale Mittelweg

Ingensand schafft eine technisch perfekt entworfene Musik, die aber nicht bloß auf dem Papier beeindruckt, sondern vor allem in ihrer direkten Emotionalität. Etwas, was in zeitgenössischer Musik nicht immer der Fall ist. Er findet einen idealen Mittelweg zwischen herausfordernder Komplexität und breitem rezeptiven Konsens, der vor allem aber auch durch die ungemein lebendige, alle Details intensiv herausarbeitende, sich absolut in den Dienst der Komposition stellende Interpretation durch das Atalante Quartett, das auch bei Bartók alle Register fulminant zu ziehen wusste, punktgenau getroffen wurde.

Fazit: Eine großartige Matinee mit einer herausragenden Novität und beinahe schon zu Raritäten verkommenen Klassikern der Moderne.

    Gerd Kurat, Schwäbische Langenargen, 10. August 2018

    Atalante hat eine Uraufführung im Programm

    Das Atalante Quartett spielt einen großartigen Kammermusikabend im Schloss Langenargen.

    Auch beim erneuten Auftritt in Langenargen hat das Atalante Quartett einen großartigen Kammermusikabend im Schloss gegeben. Neben ausgesuchten Streichquartetten von Haydn und Brahms, präsentierten Julia Kürner und Elisabeth Eber, Violinen, Thomas Koslowsky, Viola und Lisa Kürner, Violoncello sogar eine Uraufführung mit einem Werk von Ingo Ingensand.

    Im Streichquartett Nr. 5 aus der Reihe op. 76 von Joseph Haydn zu Beginn überzeugten die „jungen Meister“ mit großer Homogenität. Nach der Vorstellung des Hauptthemas im Allegretto in der ersten Violine im schwingenden Siciliano-Rhythmus gelang der Kontrast im Moll-Mittelteil als klare kontrapunktische Variation. Den zweiten Satz Largo begann die erste Violine ebenso mit einer organisch an- und abschwellenden Melodie über lang gehaltenen Akkorden. Wunderschön die Wiederholung der Melodie in hoher Lage, die Übernahme durch die dunkler gefärbte Viola und die Wendung durch das tief geerdete Violoncello nach fis-Moll.

    Gerade der feinsinnige Umgang mit den melodisch-harmonischen Entwicklungen führte zum geforderten ernsthaften Charakter bis zum „sanften motivischen Verlöschen des Endes“. Unbeschwert, im runden Quartettklang, auch mal derbe Akzente setzend, das Menuett, mit spannungsgeladenem Trio in der Mitte. Nach mehrmaligem „Tusch“ kostete das Quartett im finalen Presto mit überraschender Dynamik, witzigen Melodiefloskeln die humorvolle Seite der Komposition voll aus.

    Die Mitglieder des Atalante Quartetts haben ihren Lebensmittelpunkt beim Bruckner Orchester in Linz. Dort begegneten sie dem in Hannover 1951 geborenen Ingo Ingensand. Der ist heute, neben seiner Tätigkeit als Komponist und Dirigent, unter anderem Resident Conductor bei eben diesem Sinfonieorchester. Für das aufstrebende Streichquartett hat er nun das dreisätzige Werk „Versöhnung“ geschrieben, das in Langenargen uraufgeführt wurde. Das stark von der Romantik geprägte Quartett, völlig ohne „moderne“ Spieltechniken, lebte von starken, emotional geprägten Ausdruckswechseln auf engstem Raum. Harte Skalen, explosive Abschnitte, harmonische Erweiterungen bis zur scharfen Dissonanz standen sonore Solo-Kantilenen, ruhiger Quartettklang oder gesteigerte Unisonopassagen gegenüber. Viel wohlwollender Beifall vom Publikum für die engagierte Präsentation des neuen Werkes.

    Sehr deutlich herausgearbeitet waren die kontrastierenden thematischen Charaktere in den beiden Ecksätzen des Streichquartetts Nr. 2 a-Moll op. 51 von Johannes Brahms: Ruhiger Gesang gegenüber bewegter Terzenseligkeit oder ungarische Energie gegenüber einfacher Ländlermelodik. Immer durch Blickkontakt verbunden, gelang dem Quartett eine mustergültige Interpretation mit wirklich konsequenter Gleichberechtigung aller Stimmen. Trotz komplizierter kontrapunktischer Verwebungen führte eine spielerische Leichtigkeit zu schwebendem Ausdruck. In den Mittelsätzen hörte man das für Brahms typische, verhalten bewegte Klangbild.

    Für den reichhaltigen Applaus gab es als Zugabe, im fein ausgespielten vierstimmigen Satz, eine kleine „Sarabande“ von Felix Blumenfeld.

    Fred Dorfer, Krone Bad Schallerbach, 24. August 2017

    Mit jugendlichem Elan
    Mit jugendlichem Elan musizierte das Atalante Quartett im Schallerbacher Atrium. Die vier jungen Musiker glänzten sowohl mit souveräner Technik als auch mit leidenschaftlicher Musizierfreudigkeit.

    Nach der romantischen Einstrimmung mit stürmischen Episoden bei Samuel Barbers Streichquartett folgte etwas monoton und gespickt mit Akzenten Philip Glass’ „Company“ und die schwärmerische „Lullaby“ von Gershwin.
    Einen Sturm der Begeisterung erreichte das grandiose Quartett mit dem „Amerikanischen“ Streichquartett in F-Dur von Antonin Dvorak, das es mit Enthusiasmus und Teamgeist präsentierte. Nach der schwelgerischen Einleitung wurde der Lento-Satz durch ein homogenes Ineinanderfließen der Motive zum Hörerlebnis. Mit herzerfrischender Rasanz wurden die folkloristischen Vivace Tempi virtuos gemeistert. Das musikalische Feuerwerk fand große Begeisterung.

    Matthias Wagner, Steirische Krone St. Gallen, 21. August 2017

    Festival St.Gallen: Atalante Quartett & Reinhard Latzo

    Romantische Achttausender
    Gleich zwei Hauptgipfel der romantischen Kammermusik wurden am Montagabend auf Burg Gallenstein überschritten. Das Atalante Quartett gab Dvoraks „Amerikanisches“ und – mit Cellist Reinhard Latzko – Schuberts spätes Streichquintett. Im Sandwich: Humorvolles von Festivalkomponistin Elisabeth Naske.

    Wunderbar frisch fing das junge Atalante Quartett jene heitere Landschaft ein, die Dvorak bei seinem USA-Aufenthalt 1893 zum Streichquartett Nr. 12 anregte. Das wiegende Hauptthema, das Säuseln der Triller waren unter Julia Kürners unprätentiöser Prima klanglich hauchzart und atmosphärisch dicht gewoben. Das Quartett, das zum homogenen Atem einen heterogenen Sound besitzt, nahm die Sehnsuchtskantilenen des Lento mit viel Luft und nie ausleiernden Rubati, federleicht die finalen Synkopen.
    Weniger „indianischen“, dafür nordischen Folklore-Duft verströmten drei Cello-Duoas von Naske, die zwischen Regelbuch und Regelbruch, Kontrapunkt und Bordun über allerhand schwankende Böden der Musikgeschichte tanzten.
    Es folgte eine Version des Schubert-Quintetts ohne Übertreibungen, dafür mit unendlich viel Tiefe und Anmut Sparsame Vibrati steigerten die Wirkung der Wallungen im Kopfsatz ebenso wie jene der zauberhaften Adagio-Elegie. Die Schlüsse bekamen eine übergroße Aura; Scherzo und Tutti-Kehraus waren furios auf der Stuhlkante musiziert.

    Michael Wruss, OÖ Nachrichten Linz, 14. August 2017

    Schlanker Ton und große Leidenschaft
    Atalante Quartett gab in der Ursulinenkirche ein besonderes Konzert.

    Mit seinem Konzert im Rahmen der Abendmusik in der Ursulinenkirche lud das Atalante Quartett aus Oberösterreich am Montag zu einer Reise von der Alten in die Neue Welt ein. Musik, die zwischen den Kontinenten pendelt und doch eine gemeinsame Wurzel hat.

    Die ist in Sachen Streichquartett zweifelsohne Joseph Haydn, der diese Gattung mehr oder weniger "erfunden" hat. So erklang zu Beginn sein D-Dur-Quartett aus dem Opus 76, großartig interpretiert vom Atalante Quartett – Julia Kürner und Elisabeth Eber (Violinen), Thomas Koslowsky (Viola) und Lisa Kürner (Cello). Auffallend ist, dass dieses Ensemble sehr sparsam mit dem Vibrato umgeht und so einen vollen und glasklar durchsichtigen Klang erzeugt. Und das nicht nur bei Haydn, sondern auch beim musikalischen Grenzgänger Antonín Dvorák. Sein "amerikanisches" F-Dur-Quartett verwendet neues thematisches Material, kann und will aber die Tradition seines Schöpfers nicht verbergen.
    Im freundlichen Ton sprudelt dieses Werk im schlanken Klang der Atalantes übermütige Lebensfreude aus. Für die avantgardistische Theater-Companie Mabou Mines schrieb Philip Glass 1983 zu Samuel Becketts Prosagedicht "Company" sein zweites Streichquartett. Vier knappe Sätze, die in sehr unterschiedlicher und präziser Form Glass’ musikalisches Denken widerspiegeln und in ihrer Kürze von je zwei Minuten unglaubliche Stimmungen einfangen.
    Auch hier erwies sich das Atalante Quartett als aufmerksamer Sachwalter. Fein das Lullaby für Streichquartett von George Gershwin, der aus dieser Melodie seines Skizzenbuchs zunächst ein Klavierstück bastelte, das er dann für Streichquartett bearbeitete. Eine kleine Bluesmelodie, die subtil umspielt immer wieder variiert neu erklingt. Ein Kleinod, das viel Subtilität in der Interpretation verlangt, die es an diesem Abend voll und ganz bekommen hat.

    Balduin Sulzer, Krone Neuhofen, 17. Okt. 2015

    Vier junge Leute, technisch souverän und von unbändiger Musizierlust: So präsentierte sich in der Alten Kirche Neuhofen an der Krems das "Atalante Quartett". Haydns Quartett op. 20/4 gelang in der Interpretation der beiden letzten Sätze annähernd genial. Gar nicht zu reden von Mendelssohns a-moll-Quartett op.13, das im Zuhörer den Glauben aufkeimen ließ, diese Komposition könnte, in dieser Qualität dargeboten, eines der besten Werke der Musikliteratur sein. Das Publikum war fasziniert!

    Prof. Johannes Meissl 20. Dez. 2015

    Ich möchte hiermit auf die hohe künstlerische Qualität und das große kreative Potenzial des Atalante Quartetts hinweisen. Die Gruppe besteht aus ausgezeichneten MusikerInnen, mit denen ich seit Jahren regelmäßig arbeite. Das Atalante Quartett spielt grundmusikalisch mit Verve und Sensibilität, und hat sich mittlerweile in dieser Zusammensetzung auch ein persönliches Profil und Repertoire angeeignet.
    Die Interpretationen des Quartetts zeugen in Aussage, Tonfall und Klang vom natürlich gewachsenen Verständnis und Gefühl für die mitteleuropäische und österreichische Musiksprache.
    Es ist für mich auch besonders erfreulich, dass wieder vier österreichische MusikerInnen sich für Streichquartettspiel auf höchstem Niveau entschieden haben.