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Presse


Fred Dorfer, Krone Bad Schallerbach, 24. August 2017

Mit jugendlichem Elan
Mit jugendlichem Elan musizierte das Atalante Quartett im Schallerbacher Atrium. Die vier jungen Musiker glänzten sowohl mit souveräner Technik als auch mit leidenschaftlicher Musizierfreudigkeit.

Nach der romantischen Einstrimmung mit stürmischen Episoden bei Samuel Barbers Streichquartett folgte etwas monoton und gespickt mit Akzenten Philip Glass’ „Company“ und die schwärmerische „Lullaby“ von Gershwin.
Einen Sturm der Begeisterung erreichte das grandiose Quartett mit dem „Amerikanischen“ Streichquartett in F-Dur von Antonin Dvorak, das es mit Enthusiasmus und Teamgeist präsentierte. Nach der schwelgerischen Einleitung wurde der Lento-Satz durch ein homogenes Ineinanderfließen der Motive zum Hörerlebnis. Mit herzerfrischender Rasanz wurden die folkloristischen Vivace Tempi virtuos gemeistert. Das musikalische Feuerwerk fand große Begeisterung.

Matthias Wagner, Steirische Krone St. Gallen, 21. August 2017

Festival St.Gallen: Atalante Quartett & Reinhard Latzo

Romantische Achttausender
Gleich zwei Hauptgipfel der romantischen Kammermusik wurden am Montagabend auf Burg Gallenstein überschritten. Das Atalante Quartett gab Dvoraks „Amerikanisches“ und – mit Cellist Reinhard Latzko – Schuberts spätes Streichquintett. Im Sandwich: Humorvolles von Festivalkomponistin Elisabeth Naske.

Wunderbar frisch fing das junge Atalante Quartett jene heitere Landschaft ein, die Dvorak bei seinem USA-Aufenthalt 1893 zum Streichquartett Nr. 12 anregte. Das wiegende Hauptthema, das Säuseln der Triller waren unter Julia Kürners unprätentiöser Prima klanglich hauchzart und atmosphärisch dicht gewoben. Das Quartett, das zum homogenen Atem einen heterogenen Sound besitzt, nahm die Sehnsuchtskantilenen des Lento mit viel Luft und nie ausleiernden Rubati, federleicht die finalen Synkopen.
Weniger „indianischen“, dafür nordischen Folklore-Duft verströmten drei Cello-Duoas von Naske, die zwischen Regelbuch und Regelbruch, Kontrapunkt und Bordun über allerhand schwankende Böden der Musikgeschichte tanzten.
Es folgte eine Version des Schubert-Quintetts ohne Übertreibungen, dafür mit unendlich viel Tiefe und Anmut Sparsame Vibrati steigerten die Wirkung der Wallungen im Kopfsatz ebenso wie jene der zauberhaften Adagio-Elegie. Die Schlüsse bekamen eine übergroße Aura; Scherzo und Tutti-Kehraus waren furios auf der Stuhlkante musiziert.

Michael Wruss, OÖ Nachrichten Linz, 14. August 2017

Schlanker Ton und große Leidenschaft
Atalante Quartett gab in der Ursulinenkirche ein besonderes Konzert.

Mit seinem Konzert im Rahmen der Abendmusik in der Ursulinenkirche lud das Atalante Quartett aus Oberösterreich am Montag zu einer Reise von der Alten in die Neue Welt ein. Musik, die zwischen den Kontinenten pendelt und doch eine gemeinsame Wurzel hat.

Die ist in Sachen Streichquartett zweifelsohne Joseph Haydn, der diese Gattung mehr oder weniger "erfunden" hat. So erklang zu Beginn sein D-Dur-Quartett aus dem Opus 76, großartig interpretiert vom Atalante Quartett – Julia Kürner und Elisabeth Eber (Violinen), Thomas Koslowsky (Viola) und Lisa Kürner (Cello). Auffallend ist, dass dieses Ensemble sehr sparsam mit dem Vibrato umgeht und so einen vollen und glasklar durchsichtigen Klang erzeugt. Und das nicht nur bei Haydn, sondern auch beim musikalischen Grenzgänger Antonín Dvorák. Sein "amerikanisches" F-Dur-Quartett verwendet neues thematisches Material, kann und will aber die Tradition seines Schöpfers nicht verbergen.
Im freundlichen Ton sprudelt dieses Werk im schlanken Klang der Atalantes übermütige Lebensfreude aus. Für die avantgardistische Theater-Companie Mabou Mines schrieb Philip Glass 1983 zu Samuel Becketts Prosagedicht "Company" sein zweites Streichquartett. Vier knappe Sätze, die in sehr unterschiedlicher und präziser Form Glass’ musikalisches Denken widerspiegeln und in ihrer Kürze von je zwei Minuten unglaubliche Stimmungen einfangen.
Auch hier erwies sich das Atalante Quartett als aufmerksamer Sachwalter. Fein das Lullaby für Streichquartett von George Gershwin, der aus dieser Melodie seines Skizzenbuchs zunächst ein Klavierstück bastelte, das er dann für Streichquartett bearbeitete. Eine kleine Bluesmelodie, die subtil umspielt immer wieder variiert neu erklingt. Ein Kleinod, das viel Subtilität in der Interpretation verlangt, die es an diesem Abend voll und ganz bekommen hat.

Balduin Sulzer, Krone Neuhofen, 17. Okt. 2015

Vier junge Leute, technisch souverän und von unbändiger Musizierlust: So präsentierte sich in der Alten Kirche Neuhofen an der Krems das "Atalante Quartett". Haydns Quartett op. 20/4 gelang in der Interpretation der beiden letzten Sätze annähernd genial. Gar nicht zu reden von Mendelssohns a-moll-Quartett op.13, das im Zuhörer den Glauben aufkeimen ließ, diese Komposition könnte, in dieser Qualität dargeboten, eines der besten Werke der Musikliteratur sein. Das Publikum war fasziniert!

Prof. Johannes Meissl 20. Dez. 2015

Ich möchte hiermit auf die hohe künstlerische Qualität und das große kreative Potenzial des Atalante Quartetts hinweisen. Die Gruppe besteht aus ausgezeichneten MusikerInnen, mit denen ich seit Jahren regelmäßig arbeite. Das Atalante Quartett spielt grundmusikalisch mit Verve und Sensibilität, und hat sich mittlerweile in dieser Zusammensetzung auch ein persönliches Profil und Repertoire angeeignet.
Die Interpretationen des Quartetts zeugen in Aussage, Tonfall und Klang vom natürlich gewachsenen Verständnis und Gefühl für die mitteleuropäische und österreichische Musiksprache.
Es ist für mich auch besonders erfreulich, dass wieder vier österreichische MusikerInnen sich für Streichquartettspiel auf höchstem Niveau entschieden haben.