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Presse


Walther Neumann, Kleine Zeitung Schloss Kapfenstein, 26. August 2018

Wie aus einer anderen Sphäre
Cellist Reinhard Latzko ergänzte das Atalante Quartett

Mit Weitumblick auf Weingärten lud das Kammermusikfestival ins malerisch gelegene Schloss Kapfenstein in die Südoststeiermark. Vorzüglich homogen musizierte das Atalante Quartett mit Julia und Lisa Kürner, Elisabeth Eber sowie Thomas Koslowsky. Auf Haydn folgte ein kurz, bündig und kompakt komponiertes Stück von Alexander Müllenbach. Reinhard Latzko ergänzte nach der Pause das ungewöhnliche Klangbild "Streichquartett plus verdoppeltes Cello". Schuberts C-Dur Quintett, vollendet wenige Monate vor seinem Tod, klang im Adagio ganz zeitfern, wie aus einer anderen Welt. Eine ergreifende, ja entrückte Dreiviertelstunde.

Michael Wruss, OÖ Nachrichten Saxen, 12.August 2018

Ganz im Dienst der Werke und ihrer Emotionen
Atalante Quartett begeisterte bei Matinee in Saxen.

Dem Motto der Donaufestwochen im Strudengau "Alte Musik mit Kontrapunkten aus der Moderne" wurde die gestrige Sonntagsmatinee mit dem Atalante Quartett im Strindbergmuseum Saxen mehr als gerecht. Rund um die viel bejubelte Uraufführung des ersten Streichquartetts von Ingo Ingensand wählte das Ensemble mit Julia Kürner und Elisabeth Eber (Violine), Thomas Koslowsky (Viola) und Lisa Kürner (Violoncello) Musik des 20. Jahrhunderts, die die Entwicklung dieser Gattung prägte, so etwa die ersten Quartette von Béla Bartók und Karl Amadeus Hartmann. Gemeinsam haben alle Stücke – auch der eröffnende erste Satz aus dem zweiten Quartett des luxemburgischen Komponisten Alexander Mullenbach – eine an der Tradition anknüpfende Musiksprache und ein unerschütterliches kompositorisches Handwerk, das mit dem deutlich formulierten Material gekonnt umzugehen versteht.

Ingensand nennt sein Werk "Versöhnung", was auf ein Verschmelzen von tiefgründig ernsthafter und vor Lebendigkeit kaum zu zügelnder "leichter" Musik hinweisen soll, auf ein Miteinander von melancholischen schwermütigen Passagen und purer Lebensfreude. Ein Werk, das in seiner Unmittelbarkeit anspricht und vor allem im elegisch weit ausholenden zweiten Satz tief empfundene Gefühle auslöst.

Der ideale Mittelweg

Ingensand schafft eine technisch perfekt entworfene Musik, die aber nicht bloß auf dem Papier beeindruckt, sondern vor allem in ihrer direkten Emotionalität. Etwas, was in zeitgenössischer Musik nicht immer der Fall ist. Er findet einen idealen Mittelweg zwischen herausfordernder Komplexität und breitem rezeptiven Konsens, der vor allem aber auch durch die ungemein lebendige, alle Details intensiv herausarbeitende, sich absolut in den Dienst der Komposition stellende Interpretation durch das Atalante Quartett, das auch bei Bartók alle Register fulminant zu ziehen wusste, punktgenau getroffen wurde.

Fazit: Eine großartige Matinee mit einer herausragenden Novität und beinahe schon zu Raritäten verkommenen Klassikern der Moderne.

    Gerd Kurat, Schwäbische Langenargen, 10. August 2018

    Atalante hat eine Uraufführung im Programm

    Das Atalante Quartett spielt einen großartigen Kammermusikabend im Schloss Langenargen.

    Auch beim erneuten Auftritt in Langenargen hat das Atalante Quartett einen großartigen Kammermusikabend im Schloss gegeben. Neben ausgesuchten Streichquartetten von Haydn und Brahms, präsentierten Julia Kürner und Elisabeth Eber, Violinen, Thomas Koslowsky, Viola und Lisa Kürner, Violoncello sogar eine Uraufführung mit einem Werk von Ingo Ingensand.

    Im Streichquartett Nr. 5 aus der Reihe op. 76 von Joseph Haydn zu Beginn überzeugten die „jungen Meister“ mit großer Homogenität. Nach der Vorstellung des Hauptthemas im Allegretto in der ersten Violine im schwingenden Siciliano-Rhythmus gelang der Kontrast im Moll-Mittelteil als klare kontrapunktische Variation. Den zweiten Satz Largo begann die erste Violine ebenso mit einer organisch an- und abschwellenden Melodie über lang gehaltenen Akkorden. Wunderschön die Wiederholung der Melodie in hoher Lage, die Übernahme durch die dunkler gefärbte Viola und die Wendung durch das tief geerdete Violoncello nach fis-Moll.

    Gerade der feinsinnige Umgang mit den melodisch-harmonischen Entwicklungen führte zum geforderten ernsthaften Charakter bis zum „sanften motivischen Verlöschen des Endes“. Unbeschwert, im runden Quartettklang, auch mal derbe Akzente setzend, das Menuett, mit spannungsgeladenem Trio in der Mitte. Nach mehrmaligem „Tusch“ kostete das Quartett im finalen Presto mit überraschender Dynamik, witzigen Melodiefloskeln die humorvolle Seite der Komposition voll aus.

    Die Mitglieder des Atalante Quartetts haben ihren Lebensmittelpunkt beim Bruckner Orchester in Linz. Dort begegneten sie dem in Hannover 1951 geborenen Ingo Ingensand. Der ist heute, neben seiner Tätigkeit als Komponist und Dirigent, unter anderem Resident Conductor bei eben diesem Sinfonieorchester. Für das aufstrebende Streichquartett hat er nun das dreisätzige Werk „Versöhnung“ geschrieben, das in Langenargen uraufgeführt wurde. Das stark von der Romantik geprägte Quartett, völlig ohne „moderne“ Spieltechniken, lebte von starken, emotional geprägten Ausdruckswechseln auf engstem Raum. Harte Skalen, explosive Abschnitte, harmonische Erweiterungen bis zur scharfen Dissonanz standen sonore Solo-Kantilenen, ruhiger Quartettklang oder gesteigerte Unisonopassagen gegenüber. Viel wohlwollender Beifall vom Publikum für die engagierte Präsentation des neuen Werkes.

    Sehr deutlich herausgearbeitet waren die kontrastierenden thematischen Charaktere in den beiden Ecksätzen des Streichquartetts Nr. 2 a-Moll op. 51 von Johannes Brahms: Ruhiger Gesang gegenüber bewegter Terzenseligkeit oder ungarische Energie gegenüber einfacher Ländlermelodik. Immer durch Blickkontakt verbunden, gelang dem Quartett eine mustergültige Interpretation mit wirklich konsequenter Gleichberechtigung aller Stimmen. Trotz komplizierter kontrapunktischer Verwebungen führte eine spielerische Leichtigkeit zu schwebendem Ausdruck. In den Mittelsätzen hörte man das für Brahms typische, verhalten bewegte Klangbild.

    Für den reichhaltigen Applaus gab es als Zugabe, im fein ausgespielten vierstimmigen Satz, eine kleine „Sarabande“ von Felix Blumenfeld.

    Fred Dorfer, Krone Bad Schallerbach, 24. August 2017

    Mit jugendlichem Elan
    Mit jugendlichem Elan musizierte das Atalante Quartett im Schallerbacher Atrium. Die vier jungen Musiker glänzten sowohl mit souveräner Technik als auch mit leidenschaftlicher Musizierfreudigkeit.

    Nach der romantischen Einstrimmung mit stürmischen Episoden bei Samuel Barbers Streichquartett folgte etwas monoton und gespickt mit Akzenten Philip Glass’ „Company“ und die schwärmerische „Lullaby“ von Gershwin.
    Einen Sturm der Begeisterung erreichte das grandiose Quartett mit dem „Amerikanischen“ Streichquartett in F-Dur von Antonin Dvorak, das es mit Enthusiasmus und Teamgeist präsentierte. Nach der schwelgerischen Einleitung wurde der Lento-Satz durch ein homogenes Ineinanderfließen der Motive zum Hörerlebnis. Mit herzerfrischender Rasanz wurden die folkloristischen Vivace Tempi virtuos gemeistert. Das musikalische Feuerwerk fand große Begeisterung.

    Matthias Wagner, Steirische Krone St. Gallen, 21. August 2017

    Festival St.Gallen: Atalante Quartett & Reinhard Latzo

    Romantische Achttausender
    Gleich zwei Hauptgipfel der romantischen Kammermusik wurden am Montagabend auf Burg Gallenstein überschritten. Das Atalante Quartett gab Dvoraks „Amerikanisches“ und – mit Cellist Reinhard Latzko – Schuberts spätes Streichquintett. Im Sandwich: Humorvolles von Festivalkomponistin Elisabeth Naske.

    Wunderbar frisch fing das junge Atalante Quartett jene heitere Landschaft ein, die Dvorak bei seinem USA-Aufenthalt 1893 zum Streichquartett Nr. 12 anregte. Das wiegende Hauptthema, das Säuseln der Triller waren unter Julia Kürners unprätentiöser Prima klanglich hauchzart und atmosphärisch dicht gewoben. Das Quartett, das zum homogenen Atem einen heterogenen Sound besitzt, nahm die Sehnsuchtskantilenen des Lento mit viel Luft und nie ausleiernden Rubati, federleicht die finalen Synkopen.
    Weniger „indianischen“, dafür nordischen Folklore-Duft verströmten drei Cello-Duoas von Naske, die zwischen Regelbuch und Regelbruch, Kontrapunkt und Bordun über allerhand schwankende Böden der Musikgeschichte tanzten.
    Es folgte eine Version des Schubert-Quintetts ohne Übertreibungen, dafür mit unendlich viel Tiefe und Anmut Sparsame Vibrati steigerten die Wirkung der Wallungen im Kopfsatz ebenso wie jene der zauberhaften Adagio-Elegie. Die Schlüsse bekamen eine übergroße Aura; Scherzo und Tutti-Kehraus waren furios auf der Stuhlkante musiziert.

    Michael Wruss, OÖ Nachrichten Linz, 14. August 2017

    Schlanker Ton und große Leidenschaft
    Atalante Quartett gab in der Ursulinenkirche ein besonderes Konzert.

    Mit seinem Konzert im Rahmen der Abendmusik in der Ursulinenkirche lud das Atalante Quartett aus Oberösterreich am Montag zu einer Reise von der Alten in die Neue Welt ein. Musik, die zwischen den Kontinenten pendelt und doch eine gemeinsame Wurzel hat.

    Die ist in Sachen Streichquartett zweifelsohne Joseph Haydn, der diese Gattung mehr oder weniger "erfunden" hat. So erklang zu Beginn sein D-Dur-Quartett aus dem Opus 76, großartig interpretiert vom Atalante Quartett – Julia Kürner und Elisabeth Eber (Violinen), Thomas Koslowsky (Viola) und Lisa Kürner (Cello). Auffallend ist, dass dieses Ensemble sehr sparsam mit dem Vibrato umgeht und so einen vollen und glasklar durchsichtigen Klang erzeugt. Und das nicht nur bei Haydn, sondern auch beim musikalischen Grenzgänger Antonín Dvorák. Sein "amerikanisches" F-Dur-Quartett verwendet neues thematisches Material, kann und will aber die Tradition seines Schöpfers nicht verbergen.
    Im freundlichen Ton sprudelt dieses Werk im schlanken Klang der Atalantes übermütige Lebensfreude aus. Für die avantgardistische Theater-Companie Mabou Mines schrieb Philip Glass 1983 zu Samuel Becketts Prosagedicht "Company" sein zweites Streichquartett. Vier knappe Sätze, die in sehr unterschiedlicher und präziser Form Glass’ musikalisches Denken widerspiegeln und in ihrer Kürze von je zwei Minuten unglaubliche Stimmungen einfangen.
    Auch hier erwies sich das Atalante Quartett als aufmerksamer Sachwalter. Fein das Lullaby für Streichquartett von George Gershwin, der aus dieser Melodie seines Skizzenbuchs zunächst ein Klavierstück bastelte, das er dann für Streichquartett bearbeitete. Eine kleine Bluesmelodie, die subtil umspielt immer wieder variiert neu erklingt. Ein Kleinod, das viel Subtilität in der Interpretation verlangt, die es an diesem Abend voll und ganz bekommen hat.

    Balduin Sulzer, Krone Neuhofen, 17. Okt. 2015

    Vier junge Leute, technisch souverän und von unbändiger Musizierlust: So präsentierte sich in der Alten Kirche Neuhofen an der Krems das "Atalante Quartett". Haydns Quartett op. 20/4 gelang in der Interpretation der beiden letzten Sätze annähernd genial. Gar nicht zu reden von Mendelssohns a-moll-Quartett op.13, das im Zuhörer den Glauben aufkeimen ließ, diese Komposition könnte, in dieser Qualität dargeboten, eines der besten Werke der Musikliteratur sein. Das Publikum war fasziniert!

    Prof. Johannes Meissl 20. Dez. 2015

    Ich möchte hiermit auf die hohe künstlerische Qualität und das große kreative Potenzial des Atalante Quartetts hinweisen. Die Gruppe besteht aus ausgezeichneten MusikerInnen, mit denen ich seit Jahren regelmäßig arbeite. Das Atalante Quartett spielt grundmusikalisch mit Verve und Sensibilität, und hat sich mittlerweile in dieser Zusammensetzung auch ein persönliches Profil und Repertoire angeeignet.
    Die Interpretationen des Quartetts zeugen in Aussage, Tonfall und Klang vom natürlich gewachsenen Verständnis und Gefühl für die mitteleuropäische und österreichische Musiksprache.
    Es ist für mich auch besonders erfreulich, dass wieder vier österreichische MusikerInnen sich für Streichquartettspiel auf höchstem Niveau entschieden haben.